Die Solawi auf Gut Wegscheid

Die Solidarische Landwirtschaft auf Gut Wegscheid begann im März 2013. Nach einem Eigentümerwechsel im Sommer 2012 brachte eine Gruppe engagierter Menschen gemeinsam mit der neuen Eigentümerin von Gut Wegscheid die Idee, dort eine Solidarischen Landwirtschaft einzurichten, auf den Weg.

Gemeinsam wurden die noch heute bestehenden Strukturen geschaffen:

Mit Daniel Bosse fand man einen Landwirt, der den Hof auf Gut Wegscheid gepachtet hat und seitdem seinen landwirtschaftlichen Betrieb nach dem Prinzip von Solidarischer Landwirtschaft als Einzelunternehmer führt.

Für die Solawi an sich entschied man sich gegen eine feste Rechtsform, so dass die einzelnen Abnehmer mit dem Landwirt direkt Verträge über den Erwerb von Ernteanteilen abschließen. Auch wenn die Solawi kein Verein o.ä. ist, sprechen wir dennoch von Mitgliedern. Denn allen gemein ist

  • das gemeinsame ideelle Anliegen
  • die Bereitschaft, durch die Beiträge für Ernteanteile den landwirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen
  • die Übernahme des Ernterisikos

In der Solawi auf Gut Wegscheid kann man, muss man aber nicht mitarbeiten. Wer möchte, kann sich z.B. in der Kerngruppe, bei Mitarbeitstagen, bei der Gestaltung von Festen, bei Hofführungen oder in der Mitgliederverwaltung einbringen und auf diese Weise zum Gelingen und zur Weiterentwicklung der Solawi beitragen. Wie so oft ist die inhaltliche Arbeit von Menschen abhängig. Mitglieder, die sich eingebracht haben gehen, neue Mitglieder kommen und bringen andere oder neue Ideen mit. Das ist der Lauf der Zeit, hat seine Vor- und Nachteile – stellt aber auch eine Solawi immer wieder vor neue Herausforderungen.

Was seinerzeit mit 80 Ernteanteilen begann, wuchs im Laufe der Zeit, so dass heute über 230 Anteile vergeben sind und die Zahl der Mitglieder auf fast 400 angewachsen ist. Darunter sind viele Familien, aber auch WGs und Einzelpersonen, quer durch alle Alters- und Berufsgruppen. Die meisten Mitglieder kommen aus Aachen, einige aber auch aus der weiteren Umgebung sowie aus den grenznahen belgischen und niederländischen Orten.
Geht man davon aus, dass durchschnittlich mindestens zwei Personen pro Ernteanteil versorgen werden, so kommen vermutlich 800 Menschen (und mehr) in den Genuss von frischem Gemüse aus Aachen – das ist in manchen Gegenden Deutschlands die Größe von ganzen Dörfern.

Zweimal wöchentlich können die Mitglieder ihren Ernteanteil direkt vom Hof abholen. Der Ernteanteil besteht aus Gemüse, Obst, frischem Brot (oder wahlweise Getreide) und Eiern.

Einmal im Jahr findet eine Solawi-Jahresversammlung statt, zu der alle Mitglieder und Interessenten eingeladen werden. Diese Versammlung dient dem Rückblick auf das vergangene, dem Ausblick auf das kommende Wirtschaftsjahr, einem Blick auf die Finanzen sowie dem gemeinsamen Austausch.